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#84 Geheimer Pakt: Die Hand am Kinderwagen

Shownotes

Eine Fremde, die an einem eisigen Tag ein Hotel betritt. Eine verwackelte alte Filmaufnahme, die ein Geheimnis birgt.
Und eine Militärbasis in den USA, die jede Auskunft verweigert. Heute – bei SPURLOS.

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Redaktion Sylvia Lutz Natalya Prokhorenko

Ton Migo Fecke (Soundhouse Tonproduktionen GmbH)

Eine Produktion der StellaLuisa GmbH In Zusammenarbeit mit Endemol Shine Germany und Rainer Laux Productions

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Transkript anzeigen

00:00:01: Eine Fremde, die an einem eisigen Tag ein Hotel betritt.

00:00:06: Eine verwackelte alte Filmaufnahme, die ein Geheimnis birgt und eine Militärbasis in den USA, die jede Auskunft verweigert – heute bei Spurlos!

00:00:30: Teilen da natürlich sagt.

00:00:33: Klingt sehr spießig, wenn nicht einfach guten Morgen

00:00:36: ist.

00:00:36: Nee es ist völlig okay!

00:00:37: Ich wollte damit nur meinen International

00:00:39: Player...

00:00:40: Man sieht ja leider nicht am Mikro wie schön braun.

00:00:43: ich bin wieder hier in meinem Regime

00:00:48: zurück.

00:00:49: Du siehst

00:00:49: sehr erholt aus und

00:00:52: als ob das immer so ein Verdienst wäre.

00:00:55: Danke!

00:00:56: Ja ich habe's geschafft, die sehr holt aus.

00:00:58: Aber ich wollte dir was erzählen, jetzt keine Angst zur langweiligen Urlaubsberichte.

00:01:02: Ich finde ja nix ist langweilliger als die Urlabsbericht von anderen.

00:01:06: Man selber findet es immer ganz toll!

00:01:08: Aber Silvi ... weißt du wie ich getroffen habe?

00:01:11: Konstanze... Das gibt's doch über.

00:01:14: Ja, ich war in so einem Ressort mit Schnickyschnacki und Fitnessraum und so Und sitze da ganz brav, wollte ich mal sagen.

00:01:20: Im Urlaub auf dem Ergometer.

00:01:21: Bin schön fahrergefahren.

00:01:22: Guck' ich nach rechts!

00:01:24: Bruder-Dag und

00:01:25: Sanzig... Nein das gibt's

00:01:27: doch überhaupt nicht.

00:01:28: Irren ne?

00:01:29: Ewig

00:01:29: nicht mehr gesehen.

00:01:30: Seit

00:01:30: wann hast du... Man muss jetzt vielleicht mal erklären, denn schon wir driften hier gerade so ab.

00:01:33: Das ist eine ehemalige Kollegin von uns.

00:01:36: Ja Und sie hat gesagt Sie haben mit dir zusammengearbeitet bei

00:01:40: Notruf?

00:01:41: Irre

00:01:42: Ja Mit Hans Meiser.

00:01:43: Ach, es ist wirklich schon lange her.

00:01:46: Wie lang ist es her?

00:01:47: Also ich denke mal, zwanzig Jahre mindestens.

00:01:51: Krass!

00:01:52: Seit wirklich lange her war toll.

00:01:54: Ich soll dich schön

00:01:55: grüßen.

00:01:56: Ganz liebe Kollegen.

00:01:57: Das ist die größte Grüße, die ich überteil an hier zurück nach Köln

00:02:02: kommen.

00:02:02: Hast du die denn jemals nochmal gesehen?

00:02:03: Nein, nein...

00:02:04: Und sie meinte nämlich, du erkennst mich bestimmt gar nicht.

00:02:07: Ich sag klar Konstantin sieht toll aus und ich sage echt erkennt sich das natürlich!

00:02:13: So lustig.

00:02:14: also ich soll dich ganz

00:02:15: lieb grüßen.

00:02:16: Ja vielen Dank.

00:02:17: Und die nächsten Grüße soll ich dir sagen?

00:02:19: Das war dann

00:02:21: schon völlig sprachlos.

00:02:25: Die nächsten Grüßes soll ich Dir sagen.

00:02:26: da stehe ich bei der Einreise wieder in Deutschland mit meinem Passdreh mich um steht Christian hinter mir.

00:02:36: Aufnahmeleiter muss man jetzt erklären, habe ich auch schon fünfzehn Jahre nicht mehr gesehen und der hat mit mir einige jahre dabei aufnahmeleit dabei vermisst als ich angefangen hab.

00:02:46: Genau ist es mit dir um die welt gereist?

00:02:47: Es ist mit

00:02:48: mich um die Welt gereist und dann hatte er mir so Sachen erzählt.

00:02:50: Ich habe ja da ein bisschen Vergesslichkeit wahrscheinlich aufgrund der Fülle der Dries aber das er weiß so noch.

00:02:57: Da waren wir in Australien, im Outback.

00:03:00: Mussten sechzehn Flüge in zehn Tagen ... ist so was?

00:03:03: Hattest du

00:03:05: das verdrängt, Junge?

00:03:06: Ja,

00:03:06: es hat verdringt.

00:03:07: und weißt du noch aus Samoa, der Südsee die Rückreise von den Fallen.

00:03:11: Dann hatte mir alle Namen runtergerattert.

00:03:13: Vierzig Stunden sind wir insgesamt ... Christa, was weißt Du alles noch?

00:03:18: Ja mit dem bin ich noch in Kontakt um mit dem vor Ort.

00:03:21: Irre, der wusste alles!

00:03:22: Ich war so rück ... katapultiert in diese Anfangszeit.

00:03:27: Wir sind dann noch mit dem ICE von Frankfurt nach Köln zusammen zurückgefahren, also wir haben dann so eine Zeitreise gemacht.

00:03:32: ich soll dich also von jetzt wahrscheinlich für alle Hörer total langweilig was wie hier machen.

00:03:37: aber kennt ihr das?

00:03:38: wenn man am anderen Ende der Welt triffst du auf einmal irgendwelche Menschen?

00:03:42: Das war

00:03:42: irre!

00:03:43: Total irre!

00:03:44: Verrückt!

00:03:46: Also in diesem Sinne finde ich einerseits ist die Welt manchmal ein Dorf

00:03:52: Allerdings.

00:03:53: Und andererseits ist sie ja, das wissen wir nur zu gut manchmal viel zu groß vor allem wenn du jemanden suchst der spurlos verschwunden

00:04:04: ist

00:04:05: und dass es der Bogen auch zur heute wieder denn da wird jetzt richtig schwierig mit der Suche und leider gar nicht so einfach.

00:04:13: um was geht's heute?

00:04:15: Ja, heute erzählt uns Maria ihre Geschichte und sie erzählt uns von einem eiskalten Tag in einen kleinen Dorf – die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt.

00:04:24: Und an diesem Tag kreuzen sich die Lebenswege einiger Fremder zufällig und scheinbar bedeutungslos.

00:04:31: Doch dieses Zusammentreffen wird eine Kette von Ereignessen auslösen, die über Marias Schicksal entscheiden und die niemand mehr aufhalten kann!

00:04:43: Es ist der achte März, in einem kleinen Ort im Osten von Hessen.

00:04:50: In der Nacht hat es geschneit und die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt.

00:04:55: Es ist

00:04:55: kalt und grau und windig.

00:04:58: Hinter vielen Fenstern brennt Licht obwohl es Tag ist.

00:05:02: Wer nicht hinaus muss bleibt besser zu Hause.

00:05:05: Die Straßen sind menschenleer Doch plötzlich tauchen zwei Spaziergänger auf Ein Mann und eine Frau.

00:05:14: Sie haben die Kragen ihrer Mäntel hochgeschlagen, ihre Wollmützen tief ins Gesicht gezogen.

00:05:20: Wortlos laufen sie zum Ortsausgang und biegen dann in Richtung Wald ab.

00:05:26: Von dort hört man Hundegebäll und das schrille Geräusch von Signalpfeifen dazu die kurzen, scharfen Rufe vom Kontrollposten.

00:05:36: Eine unheimliche Stimmung liegt in der Luft!

00:05:39: Die beiden Spaziergänger wissen, dass keine achthundert Meter weiter Soldaten mit hellen Scheinwerfern das Gebiet absuchen und dass jeder Schritt und jedes Geräusch Aufmerksamkeit erregen kann.

00:05:52: Sie gehen eine ganze Weile am Waldrand entlang aber dann kommen sie an einen kleinen Gasthof vorbei und sie bleiben stehen Denn dem Mann fällt etwas Ungewöhnliches auf – etwas, was ihm beunruhigt.

00:06:07: Er sagt ein paar Worte zu seiner Frau und die nickt.

00:06:12: Dann geht der Mann zur Eingangstüre des Gasthofes, verschwindet in dem Gebäude.

00:06:17: Die Frau wartet erst einmal draußen und dann folgt sie den Mann.

00:06:23: Die beiden Spaziergänger treffen hier auf jemanden, dem Sie noch nie zuvor begegnet sind.

00:06:30: Und denen sie im Laufe ihres Lebens nur noch ein einziges Mal wiedersehen werden.

00:06:36: Doch ... Diese Begegnung wird ihr Leben verändern.

00:06:40: Als sie das Gebäude einige Zeit später wieder verlassen, scheint alles noch genau wie zuvor – und zugleich ist nichts mehr so, als es war!

00:06:50: Denn mit dieser zufälligen Begegnung an diesem eiskalten Grauentag im März, in den letzten Jahren nimmt eine Kette von Ereignissen ihren Anfang die alles verändert.

00:07:02: Mehr als sechzeig Jahre später werde ich von diesem zufälligen Zusammentreffen erfahren und ich werde mich auf die Suche machen.

00:07:11: In dem Gewirr von Heimlichkeiten, fehlenden Dokumenten und offenen Fragen werde ich versuchen jemandem zu finden der spurlos verschwunden ist.

00:07:22: Diese Suche wird mich in die USA führen aber dort merke ich schnell das nicht so ist wie es scheint.

00:07:36: Ja, eine unheimliche Begegnung an einem eisigen Tag in einem kleinen Landhotel.

00:07:40: Eine Begegenung mit Folgen, die niemand vorhersehen konnte.

00:07:45: Marias Leben wird für immer von diesem Treffen geprägt sein und sie wird ihr Leben lang nach Antworten suchen.

00:07:51: Denn ihr fehlen entscheidende Informationen.

00:07:53: Ihr fehlen Puzzleteile, die das Bild vollständig machen würden.

00:07:57: Ich bin immer auf der Suche schon lebenlang, ich sage nur die Unrast – dass was fehlt!

00:08:08: dass man weiß, im Herzen da ist noch was.

00:08:12: Maria ist ihr ganzes Leben lang ruhelos.

00:08:15: die Unrast so sagt sie das hier.

00:08:17: Die quält sie eigentlich immer.

00:08:19: Die läuft immer nebenher egal ob Maria das Abendessen für die Familie zubereitet oder ob sie bei einer Chorprobe ist oder in ihrem Garten arbeitet.

00:08:29: diese Unruhe begleitet sie und selbst in den schönen Momenten ihres Alltags bleibt es spürbar Denn Maria hat ganz viele Fragen.

00:08:38: Etwas fehlt in ihrem Leben, ein Teil von ihr und Maria weiß solange sie nicht versteht was geschehen ist.

00:08:46: so lange wird diese Unruhe nicht verschwinden.

00:08:49: die Unrast Manche Menschen können mit einer Leerstelle im eigenen Leben irgendwie auch gut leben.

00:08:59: Sie füllen sie dann mit Alltag oder Gewohnheiten oder Verdrängen vielleicht auch aber Maria kann es nicht.

00:09:06: In ihrer Geschichte gibt es eine Lücke.

00:09:10: Eine Lücke, die sie einfach nicht loslässt und die sie antreibt und die Sie ob sie's will oder nicht immer wieder zwingt auf die Suche zu gehen.

00:09:19: Aber wie so oft sehe wir der reine Nachbitte.

00:09:22: Wir beginnen mit unserer Geschichte und zwar erstmal in den Sechziger Jahren.

00:09:27: Ja!

00:09:27: Wir springen ins Jahr nineteenhundertsechzig.

00:09:30: Es ist Sommer Maria ist fünfzehn Jahre alt Und in wenigen Tagen soll sie ihr Elternhaus verlassen und damit auch das Dorf, indem sie aufgewachsen ist.

00:09:40: Maria ist aufgeregt und nervös – Sie weiß nicht was sie erwartet und wie ihr Leben weit weg von hier aussehen wird!

00:09:47: Denn Maria hat noch nie irgendwo anders gewohnt als hier in diesem kleinen Ort, in dem jeder jeden kennt.

00:09:54: Dieser Ort liegt in Hessen und zwar in unmittelbarer Nähe zur innerdeutschen Grenze Und für Maria ist diese Grenze, die Ost von Westdeutschland trennt, Teil ihres Alltags.

00:10:06: Die Wachtürme, die Sperrzonen und Zäune und Verbotsschilder – all das ist ihr Vertraut genauso vertraut wie die Straßen und die kleinen Läden in ihrem

00:10:16: Dorf!

00:10:17: Marias Dorf liegt in Westdeutzsland, in der Bundesrepublik.

00:10:21: Und Maria ahnt mit ihren fünfzehn Jahren nicht dass diese Nähe zur Grenze etwas mit ihrer eigenen Geschichte zu tun hat?

00:10:28: Sie kann nicht wissen, dass sich hier vor vielen Jahren ihr Schicksal entschieden hat.

00:10:33: Und das ihre Geschichte untrennbar mit diesem Ort und vor allem dieser innerdeutschen Grenze verbunden ist.

00:10:41: Denn hier kreuzten sich vor vielen jahren die Lebenslinien mehrerer Menschen.

00:10:47: Es war eine Begegnung, die nie geplant war Doch dann geschah etwas über das später nie wieder gesprochen wurde Aber davon weiß Maria noch nichts.

00:10:58: In diesem Sommer, da hat Maria gerade die Schule beendet und nun möchte sie Krankenschwester werden.

00:11:05: Sie will Menschen helfen und für sie da sein.

00:11:09: Aber hier in diesem Dorf, indem sie mit ihren Eltern lebt, hier gibt es kein Krankenhaus und deshalb ist geplant dass Maria nach Kassel ziehen soll.

00:11:17: das liegt etwa hundert Kilometer von Marias Heimatort entfernt Und dort ist schon alles vorbereitet.

00:11:23: für Marias Ankunft Im Kassel warten ein Ausbildungsplatz im Krankenhaus und ein Zimmer im Schwesternwohnheim auf sie.

00:11:46: dass das immer

00:11:55: noch so geregelt ist.

00:11:57: Wollte ich nur einschreißen, wir haben da was dazugelernt.

00:12:01: Und die Maria soll auch in ein Schwesternwohnheim und dieses Schwestermohnheim in Kassel soll in den kommenden Jahren ein neues Zuhause werden?

00:12:10: Maria ist sehr aufgeregt denn in drei Tagen soll es losgehen muss man vorstellen.

00:12:15: mit fünfzehn war ich ein Kind.

00:12:18: ihre Koffer und Taschen hat sie schon gepackt.

00:12:21: die stehen zu Hause bei den Eltern im Flur unter der Treppe.

00:12:24: Alles ist eigentlich schon vorbereitet für ihre Abreise und ihren Auszug.

00:12:29: Maria wird nun in Kassel auf eigenem Bein stehen müssen, zum ersten Mal wird sie ihren Alltag alleine meistern müssen ohne die Unterstützung ihrer Eltern.

00:12:40: Ja dazu sei gesagt in den späten sechziger Jahren kam es schon oft vor dass die Mädchen ganz jung mit der Ausbildung begonnen haben.

00:12:46: also das war jetzt nicht untypisch.

00:12:48: viele verließen mit vierzehn oder fünfzehn jahren dann die Schule Nahtlos ins Berufsleben ein, besonders in der Krankenpflege war das üblich.

00:12:58: Die jungen Mädchen zogen in die Schwesternwohnheime und trugen bei ihrer Arbeit schon sehr früh sehr große Verantwortung.

00:13:06: Das Erwachsenwerden begann also früher als wir es heute kennen.

00:13:10: Maria ist fünfzehn Jahre alt.

00:13:11: uns kommt es sehr jung vor um auszuziehen und mit einer Ausbildung zu beginnen aber damals war's eben üblig.

00:13:19: Maria hat sich fest vorgenommen, die Wochenenden so oft wie möglich zu Hause bei ihren Eltern zu verbringen.

00:13:25: Doch sie weiß natürlich auch dass der Schichtdienst im Krankenhaus wenig Rücksicht auf solche Pläne nimmt und so ein Vorhaben schnell durcheinander bringen kann.

00:13:34: Und so ist sie hin- und hergerissen zwischen Aufregung und Vorfreude – und natürlich ist sie auch traurig weil sie sich nun für längere Zeit von ihren Eltern verabschieden und trennen muss!

00:13:45: Was Maria nicht ahnen kann Sie wird dieses Krankenhaus in Kassel niemals betreten und auch das Schwesternwohnheim wird sie nie von innen sehen.

00:13:55: Denn ihr Weg führt sie plötzlich ganz woanders hin, in eine Welt der Geheimnisse unter Lügen und auch des Schmerzes.

00:14:03: Marias behütete Kindheit endet abrupt – und ganz anders als sie sich das vorgestellt

00:14:10: hat!

00:14:11: Maria hat gerade noch etwas im Dorf erledigt und jetzt will sie wieder nach Hause.

00:14:15: Es ist sonnig und warm, und Maria ist mit ihrem Fahrrad unterwegs.

00:14:20: Dann trifft sie zufällig an einer Straßenkreuzung eine Freundin.

00:14:24: Sie steigt ab und läuft mit dieser Freundin ein Stück des Weges zu Fuß.

00:14:28: Die Freundin fragt ob das Fahrrad neu sei Und Maria antwortet dass sie es vor wenigen Tagen geschenkt bekommen habe.

00:14:35: Sie soll es in drei Tagen mit nach Kassel nehmen, damit sie dort selbstständig ist und sich bewegen kann ohne auf andere angewiesen zu sein.

00:14:44: Und die Freundin will nun wissen wer Maria das Fahrrad geschenkt hat?

00:14:48: Und Maria lächelt und sie antwortet ganz stolz dass sie es von ihrem Vater bekommen

00:14:53: hat.

00:15:09: Und die Freundin beharrt darauf.

00:15:11: Sie habe gehört, dass Maria nicht das Kind ihrer Eltern sei.

00:15:15: Die beiden seien nur Marias Stiefeltern.

00:15:18: Die Freundin ist sich da ganz sicher.

00:15:20: Maria kann nicht glauben was sie da gerade hört.

00:15:24: Da war ich größer wie sie.

00:15:26: Habe ich sie geknüpft und hab sie geschubst und gesagt, wie kannst du so etwas lügen?

00:15:31: Das stimmt doch überhaupt nicht!

00:15:32: Mein Papa ist mein Papa.

00:15:36: Die Mädchen trennen sich im Streit und Maria radelt nach Hause.

00:15:40: Dort angekommen lehnt sie ihr neues Fahrrad eilig und achtlos an die Hauswand, und läuft weinend hinein.

00:15:48: In der Küche trifft sie auf ihre Mutter – die spült gerade Geschirr und sieht ihre völlig aufgelöste Tochter erschrocken an.

00:15:55: Maria berichtet nun zitternd was sie gerade von der Freundin gehört hat.

00:15:59: Ihre Mutter legt das Spültuch zur Seite und sie nimmt Maria in den Arm.

00:16:04: Wir warten jetzt mal bis der Papa von der Arbeit kommt, sagt sie Und dann erzählen wir dir eine Geschichte.

00:16:10: Ja und dann, wenige Stunden später erfährt Maria was an einem frostigen Tag im März, hier ganz in der Nähe geschehen ist.

00:16:20: An diesem Tag ging ihre Eltern Magdalena und Ernst spazieren.

00:16:25: Als sie an einem kleinen Hotel vorbeikamen fiel ihnen ein Kinderwagen auf Der vor der Tür stand Aber es war weit um breit kein Erwachsener zu sehen.

00:16:38: Ich muss geweint haben.

00:16:39: Und so ist mein Vater später auf Legevater reingegangen und hat gefragt, wem ist denn das Kindchen da draußen?

00:16:47: In dem Gasthof lernten Magdalena und Ernst die Mutter dieses Babys kennen.

00:16:52: Sie war gerade dabei an der Rezeption nach einem Zimmer zu fragen und hatte den Kinderwagen kurz draußen vor der Tür abgestellt.

00:16:59: Sie hieß Ursula und sie kam aus Bayern.

00:17:02: Das weinende Baby vor dem Haus war ihre Tochter Maria.

00:17:07: Ursula war Krankenschwester und sie war ledig und alleinerziehend.

00:17:10: Der Kindsvater unterstützte sie weder bei der Betreuung des Babys noch finanziell, er verschwand oft einfach und tauchte dann Wochen später wieder auf.

00:17:20: Ursula musste weiterarbeiten um über die Runden zu kommen und sie brachte Maria deshalb in einem Kinderheim unter.

00:17:28: doch dort kümmerte man sich kaum um das kleine Mädchen.

00:17:31: Maria war unterernährt kränklich und in einem erschreckenden Zustand Tja.

00:17:37: Und nun war Ursula wieder schwanger, von dem selben Mann der sich nie um sie und ihre Tochter Maria gekümmert hatte.

00:17:44: Die Unterbringung im Heim konnte Sie für zwei Kinder unmöglich bezahlen.

00:17:49: Deshalb war sie jetzt auf dem Weg nach Eisenach.

00:17:52: Dort lebte ihr Vater.

00:17:55: Ihnen wollte sie um Hilfe bitten, ihm wollte sie die kleine Maria jetzt anvertrauen damit sie in Sicherheit und Geborgenheit aufwachsen konnte.

00:18:04: Aber Eisenach lag in der DDR, in Thüringen und damals gab es zwar die Bauer noch nicht.

00:18:09: Es war trotzdem sehr schwierig aus dem Westen in die DDR zu gelangen.

00:18:14: Westdeutsche konnten nur mit einer Genehmigung der DDR-Behörden nach Ostdeutschland reisen – Ursula hatte so eine Genehmigung nicht!

00:18:22: Sie kamen nicht an den Grenzkontrollen vorbei, seit Tagen versuchte sie immer wieder an unterschiedlichen Stellen die Grenze zu passieren doch wurde jedes Mal aufgegriffen und zurück in den Westen geschickt.

00:18:35: Und so war sie hier gestrandet, Hochschwanger mit ihrer kleinen Tochter Maria im Dorf an der innerdeutschen Grenze, in dem Magdalena und Ernst lebten.

00:18:46: Da standen Sie nun in diesem eiskalten März, in einem kleinen Landgasthof.

00:18:53: Die Hochschwangere Ursula, die eigentlich in Bayern lebte und die seit vielen Tagen vergeblich versuchte diese Grenze zu passieren um zu ihrem Vater zu gelangen.

00:19:04: Und dann Magdalena und Ernst, die verheiratet waren aber deren Ehe kinderlos geblieben war.

00:19:11: Dann war da noch dieses kleine Baby Maria, die unterernährt war und krank für die es keinen Platz gab an dem sie aufwachsen konnte.

00:19:23: Und meine Mutter hat ja zwei Tage bei meinen Pflegeeldern gewohnt.

00:19:29: Die haben schon ein Haus gehabt, bis das alles geklärt war mit dem Jugendamt und dem Dorfpolizisten, der das in die Wege geleitet hat, dass ich bleiben durfte.

00:19:39: Tja, diese beiden konnten natürlich nicht ahnen als sie sich auf den Weg gemacht haben, dass sie sozusagen mit einem Baby vom Spaziergang zurückkommt.

00:19:49: Als Eltern eines kleinen Mädchens?

00:19:51: Ja sehr schicksalhaft!

00:19:54: Ursula, also Marias leibliche Mutter vor wenige Tage später wieder zurück nach Bayern.

00:19:59: Sie war ja hochschwanger und sie musste wieder zurück aber wahrscheinlich wusste sie dass ihre Maria bei den neuen Pflegeeltern in besten Händen

00:20:07: war?

00:20:07: Ja sie wird es auf jeden Fall gehofft haben.

00:20:10: so richtig nachvollziehen wie das gewesen sein mag für eine junge Mutter kann man gar nicht mehr vorstellen.

00:20:19: Maria hört das alles diese Geschichte, wie ihre Pflegemutter ist genannt hat und sie kann gar nicht begreifen was sie da plötzlich alles erfährt.

00:20:28: Aber sie stellt sich ihre leibliche Mutter vor müde abgehärmt von bitterer Armut gezeichnet und gezwungen das eigene Kind abgeben zu müssen weil sie es nicht schafft zwei Kinder zu versorgen.

00:20:41: Sie musste es bei fremden Menschen lassen.

00:20:43: sie kannte Magdalena und Ernst ja erst seit wenigen Tagen

00:20:47: Hat sie nicht viel vom Leben gehabt oder nicht soviel wie manch einer das hat.

00:20:54: Das macht mich

00:20:54: traurig.".

00:20:56: Ich hab auch noch nie Kroll gegen meine leiblicher Mutter gehabt, sondern ich habe sie verstanden!

00:21:05: Ja da fällt mir gerade was ein.

00:21:06: Ich hab dieser Tage bei irgendeinem Portal so die Kritiken gelesen, die Gott sei Dank bei uns durchaus positiv sind zum allergrößten Teil aber da war eine männliche Kritik und der schrieb so Schon wieder so eine Geschichte.

00:21:21: von so einer jungen Schwangeren gibt es nichts anderes.

00:21:25: Da habe ich mich ein bisschen drüber geärgert, eigentlich nicht nur ein bisschen... Das war einfach das Schicksal vieler junger Frauen nach dem Krieg.

00:21:37: Also ich brauche jetzt nichts erklären, wie die Verhütungssituation war.

00:21:41: und ja es werden halt nicht die Männer schwanger sondern die Frauen hatten dann diese Herausforderungen.

00:21:48: In den fünftiger Jahren bedeutete unverheiratet und allein zu sein für Frauen in der Regel sofort ganz klar ein Leben am Rand der Gesellschaft also außerhalb der Gesellschaft.

00:22:01: Ohne man fehlte nicht nur das Einkommen sondern auch eher so einen gewissen Schutz.

00:22:07: Da hat sich Gott sei Dank schon vieles verändert.

00:22:09: Es ist immer noch eine Riesenherausforderung, aber damals war es halt so.

00:22:13: Armut, soziale Ausgrenzung und natürlich auch Überforderungen haben das Leben dieser Mütter geprägt Und sie lebten oft an oder sogar unter der Armutsgrenze.

00:22:25: Hilfe hat es kaum gegeben.

00:22:27: Sie hätte auch für das Kinder ein bezahlen müssen, diese Frauen waren rechtlich so gut wie überhaupt nicht abgesichert.

00:22:34: also in einem luftleeren Raum vogelfrei und die kinder wegzugeben das war oft der einzige ausweg.

00:22:42: sorry dass es viele solche geschichten gab.

00:22:45: also ganz ehrlich wenn das jemand stört dann bitte einfach was anderes hören.

00:22:50: da war ich schon bisschen sauer.

00:22:51: ja zu Recht.

00:22:54: Maria sitzt wie versteinert im Wohnzimmer ihrer Pflegeeltern.

00:22:57: Sie hat ganz genau gehört und auch verstanden, dass ihre Mutter Ursula schwanger gewesen war als sie damals in diesem Gasthof auf ihre Pflegereltern traf.

00:23:07: Maria ist also klar – sie muss einen Bruder oder eine Schwester haben!

00:23:12: Sie möchte nachfragen aber sie kann überhaupt nicht sprechen.

00:23:15: Maria es erschüttert und völlig verstört von all den Informationen die sie gerade gehört.

00:23:21: Sie startet ihre Pflegemutter an und die erzählt weiter.

00:23:25: Wenige Wochen nach ihrer Abreise nach Bayern meldete sich Ursula wieder, sie hatte eine Tochter zur Welt gebracht und sie hatte ihr den Namen Rosalinde gegeben.

00:23:34: Also Maria hat plötzlich eine jüngere Schwester das wird jetzt klar?

00:23:39: Genau!

00:23:39: Eine Schwester Rosalinda die zu diesem Zeitpunkt bei ihrer gemeinsam Mutter in Bayern lebt.

00:23:44: Aber die Geschichte die die Pflegeeltern zu erzählen haben ist ja noch nicht zu Ende, die geht noch weiter Denn einige Monate nach ihrem Treffen im Dorfgasthof rief Ursula bei der Pflegemutter ihrer Tochter Maria an.

00:23:58: Ein amerikanisches Ehepaar wolle Rosalinde und Maria, also beide Mädchen adoptieren.

00:24:06: Der Mann war als Major bei der US Army in Deutschland stationiert gewesen – nun sollten er und seine Frau wieder zurück in die Vereinigten Staaten ziehen!

00:24:16: Und sie wollten die beiden Schwestern adoptieren Und mitnehmen.

00:24:21: Ursula bat die Pflegeeltern, mit dem Baby, also mit Maria nach Frankfurt am Main zu kommen.

00:24:27: Denn dort sollte im amerikanischen Generalkonsulat alles geregelt werden.

00:24:33: Ich glaube das Generalkonzulat, also das amerikanische war damals nicht da wo wir jetzt immerhin fahren wenn wir so alle fünf Jahre unser Journalisten wieso?

00:24:41: umholen sondern es war damals in Frankfurter Westend in einem ganz modernen Bau mit Glas und Stahlfassade Und es wird so beschrieben, dass rund um diesen Neubau damals immer noch Brandruinen und zerfallene Mauern an die schrecklichen Luftangriffe des Krieges erinnerten.

00:25:00: Ja und hier an diesem Ort aus Stahl- und Überbleibseln von Zerstörung da entscheidet sich jetzt Maria Schicksal.

00:25:09: Im Generalkonsulat in Frankfurt trafen sich Marias Pflegeeltern wie verabredet mit dem amerikanischen Ehepaar die mit der kleinen Rosalinde aus Bayern angereist war.

00:25:22: Aber Maria war immer noch in einem schlechten gesundheitlichen Zustand!

00:25:26: Die Mangelernährung und die Vernachlässigung, der sie in ihrem ersten Lebensjahr im Kinderheim ausgesetzt gewesen war, schwächten sie nach wie vor.

00:25:34: Maria war krank – und sie weinte und schrie während des gesamten Treffens im Konsulat.

00:25:39: Ihr Pflegevater Ernst fand es unverantwortlich, Maria in diesem Zustand zu übergeben und ihr die Reise nach Amerika zuzumuten.

00:25:47: Nach einigem Hin und Her stimmten ihm die anderen Anwesenden zu.

00:25:51: Das amerikanische Ehepaar entschloss sich, nur Rosalinde zu adoptieren.

00:25:57: Maria sollte als Pflegekind bei Magdalena und Ernst in Deutschland bleiben.

00:26:01: Wahnsinn!

00:26:01: Was für eine weitreichende Entscheidung.

00:26:03: Die Entscheidung bedeutet wir trennen hier mal Geschwister.

00:26:07: Ja... Das war das Schicksal vieler allein stehender Mütter in dieser Zeit.

00:26:11: also viele mussten sich von ihren Kindern trennen und sie zur Adoption freigeben.

00:26:16: es gibt keine genauen Zahlen dazu, aber es ist bekannt dass in den fünftiger und sechziger Jahren vergleichsweise viele Kinder adoptiert wurden.

00:26:25: Ursula war also eine von sehr vielen Frauen deren einzige Chance es war ihre Kinder abzugeben.

00:26:32: wir lernen diese Frauen oft im Rahmen vom bitte melde ich

00:26:35: und von Spulos Kerl.

00:26:37: Diese Frauen wie Ursula die hatten einfach ja kein Netzwerk in diesen jahren nach dem krieg.

00:26:43: Und auch die entscheidung Geschwister zu trennen, die war damals nicht so abwegig wie es heute wäre.

00:26:53: Das war eine schlechte Zeit und sie hat eben viel mitgemacht.

00:26:58: Und sie hat für ihre Kinder versucht wahrscheinlich das Beste rauszumachen.

00:27:03: Ich habe dann auch Verständnis für

00:27:04: Sie.".

00:27:06: All das erfährt Maria an diesem Abend im Wohnzimmer ihrer Pflegeeltern.

00:27:11: Sie hat also plötzlich eine Mutter, die sie nicht kennt?

00:27:14: Sie hat eine jüngere Schwester, die in Amerika ist.

00:27:17: Und sie ist nicht das leibliche Kind ihrer geliebten Eltern von Magdalena und Ernst.

00:27:22: Das alles ist Maria zu viel – sie steht auf und will den Raum

00:27:26: verlassen.".

00:27:33: Auch eine

00:27:41: wahnsinnig schwierige Situation für die Pflegemutter, dementsprechend finde ich.

00:27:48: Klar, Magdalena hätte ihrem Kind viel früher sagen sollen, dass sie nicht das leibliche Kind ist.

00:27:54: Um diesen Schock irgendwie abzufedern mit fünfzehn ist es zu spät aber das war glaube ich damals auch nicht so üblich oder?

00:28:04: Selvi, dass man das den Kindern gesagt hat

00:28:06: im Gegenteil schweigen Geld als Schutz.

00:28:09: Also Eltern erhielten sogar auf den ausdrücklichen Rat von Behörden, Ärzten oder Kirchen.

00:28:15: sagen sie es dem Kind.

00:28:16: nie hieß es dann immer denn man wollte den Kindern ein normales Leben ermöglichen.

00:28:22: Lebensentscheidende Fragen verheimlichen ist auch echt ein Superrat.

00:28:27: Gott sei Dank sind wir da heute echt an einem anderen Punkt dass Eltern so total offen damit umgehen und wir hören das ja immer als Feedback von den Adoptierten.

00:28:35: Also das sind auch oft gar nicht die vielleicht, die dann so sehr auf der Suche sind oder so.

00:28:41: Wenn alles so ganz offen behandelt wird, wenn da nicht Geheimnisse rumwabern... Entweder suchen sie damit ihren Adoptiv-Eltern zusammen und keiner

00:28:52: hat auch

00:28:52: Angst Verlustängste oder Loyalitätskonflikte.

00:28:58: Gott sei Dank hat sich das verändert?

00:29:01: Ja, aber das war eben damals in den fünftiger-sechziger Jahren nach dem Krieg.

00:29:05: Einfach anders?

00:29:06: Nicht

00:29:06: üblich.

00:29:07: Maria ist völlig verzweifelt.

00:29:10: Sie versteht kaum was man ihr eben gesagt hat Nur dass nichts mehr so ist wie zuvor.

00:29:15: Ohne ein weiteres Wort verlässt sie das Wohnzimmer.

00:29:19: Das hat mich so aufgefühlt.

00:29:21: Da habe ich mich drei Tage in meinem Zimmer eingeschlossen.

00:29:24: Ich bin nicht mehr rausgekommen... ...ich weiß gar nicht.

00:29:31: Es war schlimm.

00:29:33: Das war wirklich schlimm und da ist mein Papa immer wieder gekommen, komm

00:29:38: raus.".

00:29:40: Nach drei Tagen schließlich kommt Maria endlich aus ihrem Zimmer aber sie ist nicht mehr dieselbe wie zuvor.

00:29:46: das Gespräch mit ihren Eltern hat sie erschüttert.

00:29:49: die Worte diese gehört hat und die Geheimnisse die sie erfahren hat haben sie verändert.

00:29:55: draußen im Flur stehen ihre Koffer Denn in wenigen Tagen sollte Maria ja nach Kassel ins Schwesternwohnheim ziehen.

00:30:02: Aber daraus wird nichts mehr, denn Maria entscheidet anders.

00:30:07: Mein weiterer Weg als Krankenschwester, den ich einschlagen wollte, habe ich gar nicht weitergemacht.

00:30:14: Ich hab dann eine Lehre angefangen im unserem Ort und so bin ich zu Hause geblieben weil ich nicht wort wollte.

00:30:22: Weil ich Angst hatte, ich werde auch wieder weggeschickt.

00:30:28: Maria bleibt also bei ihren Eltern in dem Dorf, in dem sie aufgewachsen ist.

00:30:33: Der Gedanke an Kasse, ein Leben weit weg von allen Vertrauten der erscheint ihr plötzlich beängstigend.

00:30:39: Sie klammert sich an ihre Pflegeeltern denn die sind alles was ihr halt gibt und mit diesen Pflegeeltern hat Maria auch wirklich großes Glück gehabt.

00:30:49: Sie hat uns erzählt, dass sie immer das Gefühl hatte in ein wie sagt sie Kistchen mit Gold gegriffen zu haben.

00:30:56: so drückt sie es aus als sich ihr Schicksal fünfzehn Jahre zuvor auf so seltsame Weise entschieden hatte und sie zu Magdalena und Ernst kam.

00:31:05: die beiden müssen wunderbare Menschen gewesen

00:31:10: sein.

00:31:13: Einige Jahre später lernt sie in einer Diskothek einen jungen Mann kennen, Hartmut.

00:31:18: Und sie verliebt sich hals über Kopf.

00:31:21: In den letzten Jahren bekam sie einen kleinen Sohn.

00:31:26: Zwei Jahre darauf kommt ihr zweiter Sohn zur Welt.

00:31:29: Maria ist glücklich – doch die Sehnsucht nach ihrer Schwester Rosalinde lässt sie nie los!

00:31:34: Selbst in den Momenten größter Freude spürt sie dieses Ziehen und diesen Schmerz über den Verlust.

00:31:41: Maria geht es gut.

00:31:42: Sie lebt in dem Ort, in dem sie aufgewachsen ist.

00:31:45: Sie ist verheiratet und sie ist jetzt Mutter aber die Unruhe lässt sie nie los.

00:31:51: Denn der Gedanke an diese Schwester, an Rosalinde, der begleitet sie Tag für Tag.

00:31:57: Maria spürt einfach das da etwas fehlt in ihrem Leben.

00:32:00: Sie hat Sehnsucht und macht sich Sorgen ob's denn der Schwester bei der neuen Familie gutgeht?

00:32:08: Maria sagt, dass sie immer wenn ihr irgendetwas gefiel eine Landschaft Musikstück ein Buch automatisch gedacht hat ob meine Schwester das auch mögen würde.

00:32:19: Sie sagt, daß die Rosalinde in all den Jahren so nah war.

00:32:23: sie war wie ein Teil von ihr.

00:32:25: Rosalinda war einfach immer in ihren Gedanken muss er vorstellen.

00:32:29: Die Schwester die du nie getroffen hast.

00:32:31: Unglaublich!

00:32:32: Sie hat diese Schwester ständig vermisst und egal was sie erlebte immer hat sie gedacht Was würde Rosalindes sagen?

00:32:41: Das kann man sich gar nicht vorstellen.

00:32:43: Magen mögen vielleicht welche sagen oder denken, die übertreibt es ist nicht so.

00:32:48: Es ist nicht übertrieben.

00:32:50: auf eigenartige Weise ich weiß es nicht jetzt sagt noch zwar oft von Zwillingen aber wir sehen nur anderthalb Jahre auseinander.

00:32:58: Als in der Mauerfeld kommt ein fremder Mann in den Ort, in dem Maria mit ihrer Familie lebt.

00:33:06: Er sucht nach Maria, er fragt den Bäckereien und aufmerkt ihn nach ihr.

00:33:09: Und als er sie schließlich gefunden hat und vor ihr steht, da kann er sie zunächst nur

00:33:14: anstarren.".

00:33:14: Dann sagt er leise, du siehst aus wie deine Mutter!

00:33:19: Es ist Marias Onkel der Bruder ihrer leiblichen Mutter, der all die Jahre in der DDR in Eisenach gelebt hat und der sich nun nach Öffnung der Grenze sofort auf die Suche nach ihr gemacht hat – und dieser Onkel hat eine traurige Nachricht… Denn Marias Mutter Ursula ist schon,

00:33:38: da war es schön gewesen.

00:33:40: Ich hätte sie noch kennengelernt – aber leider nicht!

00:33:46: Das macht mich traurig.

00:33:48: Wenn man bedenkt, dass meine Mutter mit zweiundvierzig verstorben ist, hat sie nicht viel vom Leben gehabt oder nicht so viel wie manch einer das hat und das macht mich

00:34:01: Traurig.".

00:34:03: Die Jahre vergehen doch Marias Schmerz bleibt?

00:34:06: Die Sehnsucht nach ihrer Schwester lässt nicht nach, im Gegenteil.

00:34:10: Sie wird mit jedem Tag stärker.

00:34:12: Unermüdlich sucht Maria nach Rosalinde und als ihre Söhne älter werden, stehen sie ihr bei und helfen ihr die Ämter anzuschreiben und Anfragen zu stellen.

00:34:22: Von ihren Pflegeeltern hatte Maria erfahren dass das Ehepaar, das ihre Schwester in den USA mitgenommen hat, mit Nachnamen Hess hieß.

00:34:32: Mehr wissen die beiden aber nicht über Rosalindes Adoptiveltern.

00:34:36: Maria sucht und sucht.

00:34:38: Doch eine Frau namens Rosalinda Hess, die neunzehnhundertdreifundfünfzig geboren wurde scheint nicht zu existieren weder in den USA noch sonst irgendwo.

00:34:49: Marias Ehemann hat ihr geraten sich mit dir in Verbindung zu setzen und das hat sie auch getan.

00:34:54: sehr dich angeschrieben?

00:34:56: Und es war jetzt mehr als sechszig Jahre her dass Rosalinde in die USA adoptiert worden war Sehr lange.

00:35:03: Und Maria wusste, die Zeit drängte und es war vielleicht auch ein Kampf gegen die Zeit.

00:35:09: Ich hab mich dann mit ihr getroffen und Maria erzählte mir von ihrer allergrößten Sorge.

00:35:16: Ich

00:35:17: habe eigentlich momentan zwei Herz in meiner Post.

00:35:20: Der eine, dass ich mich freut, dass sich hier sein kann, dass wir einen Weg finden, die zu finden.

00:35:30: Auf der anderen Seite habe ich aber auch ein bisschen Angst, dass sie zu spät kommen dass ich zu lange gewartet habe.

00:35:39: Das beschäftigt mich wirklich sehr, davor hab' ich ganz groß Angst und ich weiß nicht wie ich da dann mit umgehen

00:35:47: kann.".

00:35:50: Genau das ist dann so ein Punkt den wir als Team, den ich persönlich auch ein bisschen aus gutem Grund wegschieben müssen.

00:35:57: erstmal und von diesem emotionalen wieder zum sachlichen Müssen zur Suche und ich würde sagen wir drüsseln es jetzt einfach Schritt für Schritt auf Was dann genau wie passiert ist?

00:36:10: Deine Suche begann, wie so oft in Archiven und Ämtern.

00:36:15: Du hast von Deutschland aus Anfragen bei verschiedenen Behörden in den USA gestellt... ...und nach einiger Zeit hast du eine Auskunft erhalten!

00:36:23: Und das war die Kopie einer Einbürgerungsurkunde von Marias Schwester.

00:36:28: Rosalinde

00:36:28: Hat jeder bekommen der in die USA gegangen ist, ne?

00:36:31: So genannte Einbürgarungs-Urkunde.

00:36:33: Genau wir haben die auch hier liegen.

00:36:35: Und hier steht, Rosalinde ist in die USA eingewandert am zwanzigsten November nineteenhundertdreiundfünfzig und hier sogar ihre Flugnummer aufgeführt.

00:36:44: Das war ein Flug mit der Panem.

00:36:48: Und dann steht hier noch etwas und das erklärt eigentlich alles und verändert auch alles.

00:36:53: Rosalindes Vorname wurde nämlich in den USA geändert bei der Einbürgerung und als Rosalinda wurde jetzt Barbara Hess.

00:37:02: Also gar kein Wunder, dass weder Maria noch wir Rosalinde gewunden haben.

00:37:07: Es gab sie offiziell schlicht und einfach nicht mehr.

00:37:10: Aus Rosalinda ist eine Barbara geworden!

00:37:14: In diesen Unterlagen hier da ist auch vermerkt wo Barbara eingebürgert wurde in Tampa.

00:37:20: das liegt in Florida und hier ist sogar die Adresse der Adoptiveltern angegeben West Spanish Main Haus Nr.

00:37:30: Diese Angabe, die ist aus den fünftiger Jahren.

00:37:32: Also es war unwahrscheinlich dass diese Straße heute noch genauso existierte Dass das Haus noch in der gleichen Form stehen könnte oder dass Nachbarn sich an die Familie Hesse erinnern würden.

00:37:44: Mehr als sechzig Jahre Das ist jetzt wirklich eine sehr lange Zeit.

00:37:47: Außerdem was wir ja auch nur wussten ist Also Armeeangehörige oft innerhalb der USA oder auch ins Ausland versetzt wurden, also auch weiterhin dann nach der Rückkehr.

00:37:59: Das bedeutet dass viele von ihnen gar nicht lange an einem Ort lebten.

00:38:04: Trotzdem habe ich beschlossen nach Florida zu fliegen – nach Tampa!

00:38:08: Um dort nach Spuren zu suchen und mich wie so oft vor Ort umzuhören….

00:38:13: Aber du hattest noch eine weitere Idee.

00:38:16: Barbaras Vater war ja bei der US-Armee gewesen und wir kannten nun aus den Unterlagen rund um die Einbürgerung von Barbara auch seinen Vornamen.

00:38:24: Wir wussten, dass er bis nineteenhundertdreinfünfzig in Deutschland stationiert gewesen war und das er den Dienstgrad eines Majors inne hatte.

00:38:33: Und in den USA gibt es ein Archiv der US Armee – Das National Personal Records Center in St.

00:38:39: Louis liegt im mittleren Westen der USA.

00:38:42: Dort lagern Millionen Militär- und Veteranenakten aus dem zwanzigsten Jahrhundert.

00:38:47: In diesem Archiv ist von persönlichen Dienstunterlagen über Einberufungs- und Entlassungsdokumenten bis hin zu Informationen, über Medaillen, Auszeichnungen oder militärische Einsätze alles zu finden.

00:39:00: Und viele dieser Unterlagen stammen auch noch aus einer Zeit in der alles noch auf Papier geführt wurde.

00:39:05: Sag mal so generell man kennt uns dort schon!

00:39:10: Man isst doch höfiger gewesen schon in den letzten zwanzig Jahren.

00:39:15: Ja,

00:39:17: aber da gibt es eigene Regeln in diesem Archiv und man konnte dort nicht einfach anrufen oder schriftlich um Auskunft bitten.

00:39:23: Man musste persönlich erscheinen, um Akteneinsicht zu beantragen.

00:39:27: Genau!

00:39:28: Und da die Adresse in Tampa nur eine Waagespur war wollte ich auf Nummer sicher gehen also zweikleisig sozusagen fahren und deswegen habe ich meinen Kollegen Markus Patterson Viele von euch ist der Name mittlerweile ein Begriff gebeten mitzukommen, also der ist zeitgleich mit mir in die USA geflogen und dann haben wir ausgemacht.

00:39:49: Wir arbeiten parallel.

00:39:50: Also Markus im Militärarchiv in St.

00:39:53: Louis wo er nach Informationen zu Barbara's Vater suchen wird und ich in Florida in der Hoffnung dass sich dort vielleicht noch irgendjemand an Barbara oder Barbara, ich nenne es jetzt einfach Deutsch-Barbara und die Adoptivelterne erinnern könnte.

00:40:09: Zwei Wege, ein Ziel!

00:40:11: So konnten wir sofort reagieren.

00:40:13: so haben uns das vorgestellt wenn einer von uns auf eine heiße Spur stößt und deswegen haben wir uns auf den Weg gemacht.

00:40:20: Tampa liegt an der Westküste Floridas am Golf von Mexiko und dort bist du dann schließlich gelandet.

00:40:26: Du bist dann sofort zu der alten Adresse gefahren, die in Barbaras Einbürgerungsurkunde angegeben war und dort hast du geklingelt aber es hat niemand geöffnet.

00:40:36: Du hast dich dann in der Nachbarschaft umgehört?

00:40:38: Genau jetzt könnten wir natürlich böse Menschen unterstellen.

00:40:41: klar Militärarchiv oder schön.

00:40:43: Florida ist ja klar dass sie nach Florida geflogen ist.

00:40:46: Ich gebe auch zu, das mag ich dort sehr.

00:40:48: Ich habe auch genau in dieser Gegend und auch noch in anderen Gegenden Florida schon unzählige Male auch privat Zeit verbracht.

00:40:56: Ich kenne mich da sehr gut aus.

00:41:00: Ich mag aber auch muss ich zugeben diese Suchen vor Ort lieber.

00:41:04: also es war jetzt nicht wegen dem sonnigen Florida dass ich gesagt hab Markus verfolgt du die andere Spur sondern ich würde schon sagen das ist so Mein Spezialgebiet mit den Leuten in so einen direkten Kontakt zu gehen und deswegen bin ich nach Florida gegangen.

00:41:19: Und ich hab an vielen Haustürmen geklingelt, und nach Barbara und den adoptiven Eltern gefragt aber niemand konnte sich dort an die Familie erinnern.

00:41:28: Ja, aber dann hast du auf der Straße eine Frau angesprochen?

00:41:32: Die gerade dabei war, in ihr Auto zu steigen... ...und sie konnte sich dunkel an die Familienes erinneren!

00:41:39: An Barbara und ihre Eltern.

00:41:42: Die Familie war aber vor vielen Jahren weggezogen und die Frau hatte nie wieder etwas von Barbara gehört.

00:41:47: Aber

00:41:48: dann fiel ihr etwas ein, sie kannte nämlich die Frau, die damals als Kindermädchen bei der Familie Hess gearbeitet hat.

00:41:55: Ganz genau!

00:41:55: Und hier auch noch mal einen kleinen Blick hinter die Kulissen.

00:41:58: also manchmal höre ich ja dann wie?

00:42:00: Dann haben Sie dazufällig diese Frau getroffen, wenn man das im Fernsehen sieht.

00:42:05: Jetzt müsst ihr euch vorstellen natürlich können wir niemals in der vollen Länge zeigen Wie viel mehr ich da rumflitze und mit wie vielen Menschen wir da eigentlich sprechen?

00:42:17: Wir können da wirklich einen Teil zeigen, die Quintessenz.

00:42:21: Aber vor Ort ist es noch wesentlich, wesentlich mehr!

00:42:26: Und trotzdem war's die Nadel im Heuhaufen, die in dem Fall gewunden hab'.

00:42:32: Ich bekam also den Namen dieser Frau dieses ehemaligen Kindermädchens – sie hieß Agnes Mayfield Und ich recherchierte im Netz, ob ich sie finden könnte.

00:42:42: Den Namen Agnes Mayfield gab es häufiger in den USA aber nur einmal in Florida und zwar in Sarasota auch ein wunderschöner Ort.

00:42:51: Ich fand in einem alten Telefonbuch das online gestellt worden war eine Telefonnummer und auch eine Anschrift von Agnes.

00:42:59: Die Nummer war nicht mehr aktiv also entschloss ich mich zu dieser Adresse nach Sarasotta zu fahren.

00:43:06: So und da Gab's noch einen Exkurs, da war unterwegs wahnsinnig viel gesperrt.

00:43:13: Ich weiß gar nicht mehr wieso wir letztendlich über die sogenannte Alligator-Alley fahren mussten.

00:43:19: Das muss ich mal kurz erzählen.

00:43:20: haben wir die Zeit sehen?

00:43:21: Natürlich!

00:43:23: Also das ist eine Straße irgendwo... ...ich bin geografisch lustigerweise gar nicht so wie ich immer tue.

00:43:29: auf jeden Fall ist es so, ich sag mal so quer durch einmal rüber diese Strasse, wie musst du dir das vorstellen?

00:43:36: Also da sind rechts und links, wie so ein Highway.

00:43:39: Da zäune Maschendrahtzaun

00:43:42: oder am Straßenrand.

00:43:43: Und überall steht da einen Stop, Drive-On.

00:43:48: was weiß ich also halten ist strengstens verboten.

00:43:51: Fotos machen ist verboten irgendwie alles verboten und dann guckst du rechts und link ein bisschen.

00:43:56: Ich wurde ja gefahren vom Aufnahmeleiter und ich gucke nach rechts und denke okay Was sind das für dunkle Dinger?

00:44:05: Bist du realisierst?

00:44:07: Da liegen hinter diesen Maschenratzern nicht hunderte, nicht tausende.

00:44:12: Nicht zehntausende sondern gefühlt und zwar über anderthalb Stunden Fahrt Hunderttausende von Alligatoren.

00:44:23: Ich hoffte dass ich nicht übertreibe.

00:44:25: Ich denke Minimum zehn Meter lange dunkel schwarze in meiner Erinnerung.

00:44:31: Alligatorin allen Ländern auf der Welt noch nie gesehen.

00:44:37: Das

00:44:37: gibt's doch nicht!

00:44:39: Irre, die liegen da... wie soll ich es denn sagen?

00:44:42: Wie in Teneriff am Strand so eng den ganzen Weg?

00:44:47: das ist irre.

00:44:48: also A habe ich mich die ganze Zeit gefragt was fressen die denn alle?

00:44:52: und

00:44:52: ich hatte am nächsten Tag das weiß ich noch wie heute hatte ich sag mal Muskelkarte im Nacken vom Gucken.

00:45:00: Ich konnte das nicht glaube ich hab sowas nur nie gesehen.

00:45:03: Also wenn ihr, ich finde man muss ein bisschen mutig sein.

00:45:05: Aber falls ihr in Florida seien solltet lasst euch das nicht entgehen!

00:45:09: Das kann man gar nicht glauben.

00:45:13: Ich wusste

00:45:14: dass es da sehr viele Alligatoren gibt.

00:45:16: Alles was so ein bisschen zu bei ist.

00:45:18: Heie Alligaturen gibt's auch alles in Florida aber das ist so krass.

00:45:21: Das war bei mir auf jeden Fall eine Bildungslücke die Alligator.

00:45:26: Das ist ja verrückt So und deswegen bin ich dann mit Verspätung, weil wir einen Umweg fahren mussten in Sarasota angekommen.

00:45:35: Und wieso oft bei deinen Suchen schien sich diese Spur in diesem Moment im Nichts aufzulösen?

00:45:40: Denn die Frau, die da eben im Türrahmen stand, die erzählte dir dass sie die Tochter von Agnes May fehlt sei also das ehemalige Kindermädchen von Barbara war die Mutter dieser Frau, der vor dir stand.

00:45:53: Also wir haben Agnes Mähflieck gesucht, die war früher Babysitter von Barbara.

00:45:58: Gefunden haben wir deren Tochter.

00:46:00: Genau unter ihrer alten Adresse?

00:46:02: Ja

00:46:03: Aber Agnes war schon vor vielen Jahren verstorben.

00:46:07: das hat dir die Tochter erzählt und sie selbst wusste kaum etwas über Barbara und ihre Familie.

00:46:13: ja diese Rückschläge sind dann immer schwierig vor allem wenn man nur eine einzige Karte auf der Hand hat.

00:46:19: Ich hatte ja nichts anderes.

00:46:20: Also keinen anderen Hinweis und keine andere Spur, natürlich versuche ich mich im Vorfeld auf solche Entwicklungen auch irgendwie einzustellen aber das kannst du eigentlich gar nicht.

00:46:32: also du stehst dann da schon und fährst vor so eine Wand und weißt dann auch erstmal nicht okay jetzt stehe hier in USA und weiß nicht mehr wie weit er machen soll.

00:46:42: man darf nicht vergessen wir brechen schon manchmal mit kaum mehr als ein paar Fragmenten auf, also mit Lücken.

00:46:49: Mit Mutmaßungen und offenen Fragen.

00:46:51: Und dann plötzlich taucht da eine Entwicklung auf, eine neue Spur von der wir erst mal gar nicht zu hoffen gewagt hätten dass sie existiert Also einen Kindermädchen jemand der da regelmäßig bei der Familie ein- und ausgegangen ist Da denkste schon so.

00:47:07: jetzt habe ich den Jackpot Jede noch so kleine Information, die diese Agnes uns hätte geben können.

00:47:13: Hätte ja den entscheidenden Unterschied wahrscheinlich gemacht ein Hobby oder Zukunftspläne neuer Beruf keine Ahnung der Name der Schule die Barbara besuchte oder irgendeine Freundin von damals an diese sich erinnert.

00:47:25: aber das war halt alles nicht mehr so.

00:47:27: dieses Kindermädchen lebte nicht mehr und ich war wieder bei Null.

00:47:33: Die Tochter von Agnes bat dich in ihr Haus und habt euch lang unterhalten Aber sie wusste nichts, was dir weiterhelfen konnte.

00:47:39: Denn als ihre Mutter als Kindermittchen von Barbara gearbeitet hatte war sie selbst noch ein ganz kleines Kind gewesen und dann war die Familie häss weggezogen.

00:47:49: aber du hast die Hoffnung nicht aufgegeben denn jede Kleinigkeit konnte dir in so einer Situation weiter helfen.

00:47:58: Haben Sie irgendwelche alten Dokumente Papiere irgendwas?

00:48:02: Ich habe noch nicht mal ein Foto vom Barbara.

00:48:05: Ich

00:48:10: habe zwar keine Bilder von der Familie, aber ich habe eine alte Videokassette die mir meine Mutter gegeben hat.

00:48:23: Es ist aber schon ein sehr altes Video, das die Familie meiner Mutter gegeben hat als sie aufgehört hat bei ihnen zu arbeiten.

00:48:30: Ich verstehe... ich kann mal nachsehen!

00:48:31: Das wäre sehr nett von

00:48:32: Ihnen.

00:48:37: Dankeschön!

00:48:40: Gern geschehen Das liebe ich an meiner Arbeit.

00:48:43: Es ist ein Auf und Ab, also ich liebe mir das auf!

00:48:47: Also gerade hast du nix?

00:48:48: Und dann habe ich eine Videokassette bekommen, manche von euch werden es noch kennen.

00:48:53: Eine sogenannte VHS.

00:48:56: Ich hab natürlich Egnis Tochter versprochen dass sie das Band zurückbekommt wenn ich mir das angeschaut hätte.

00:49:02: Dann bin ich da weg und war überglücklich und vielleicht ist diese Fahrt nach Sarasota doch keine Sackgatze gewesen.

00:49:09: Ja, du bist erstmal in einen Elektro-Laden gefahren

00:49:12: glaube

00:49:13: ich.

00:49:14: Ich glaube... Dort wurden alte gebrauchte Geräte verkauft denn du hast jetzt einen alten VHS-Rekorder gesucht?

00:49:21: Genau!

00:49:22: In dem Laden gab es ein VHS Rekorder und den habe ich für zehn Dollar gekauft.

00:49:28: Das habe ich aber leider letztendlich in den USA gelassen muss ich sagen.

00:49:31: also ich besitze ihn nicht mehr.

00:49:33: Aber das war eine gute Investition.

00:49:35: so viel werde ich an der Stelle verraten.

00:49:37: Genau, denn nun hattest du die Gelegenheit diese VHS-Kasette auf deinem Hotelzimmer anzuschauen.

00:49:43: Genau und da drauf habe ich einiges gefunden.

00:49:46: Erstens fand ich Aufnahmen von Barbara und den Adoptiveltern auf dem Videoband.

00:49:52: Wir hatten ja noch nie ein Foto vom Barbara gesehen Und nun war sie dort zu erkennen als das ganz kleines Mädchen mal im Pool Mal war sie als Prinzessin verkleidet.

00:50:02: Ich hab sofort gedacht so muss Maria es Kind wahrscheinlich auch ausgesehen haben Und da konnte man schon an, dass diese Schwestern sich unglaublich ähneln.

00:50:11: Also plötzlich gab es halt ein Gesicht zu dieser vermissten Rosalinde und zweitens fand ich auf dem Band auch Aufnahmen von Barbaras Vater.

00:50:21: Niel Hess erstand vor einer Universität und dort hatte er offensichtlich einen Abschluss

00:50:27: gemacht.

00:50:27: Ja das war sehr genau zu erkennen denn in den USA tragen Absolventen bei der Verleihung eines Hochschulabschlusses eine akademische Kracht.

00:50:37: Die besteht in der Regel aus einem langen Talar und dieser quadratischen Abschlusskappe mit der Quaste.

00:50:43: Und eine solche Kleidung, die hatte der Vater von Barbara auf diesen Aufnahmen an und deshalb seid ihr davon ausgegangen dass er an dieser Universität vor der er dort stand ein Studium absolviert hat.

00:50:53: Und der Name der Uni, der war im Hintergrund zu sehen.

00:50:56: Der stand groß auf einem der Gebäude geschrieben und auch Barbara war auf den Bildern zu erkennen also auf dem Bewegtbilder.

00:51:03: Sie musste ja da ungefähr fünfzehn gewesen sein.

00:51:07: deshalb bin ich davon ausgegangen dass der Vater also nie in den siebziger Jahren anscheinend noch einen Abschluss an dieser Universität erworben hatte.

00:51:18: damit hatte Ich wieder Den Anfang eines neuen Fadens In der Hand Also Eine Spur, die ich nachgehen konnte.

00:51:25: Ja und das war auch wichtig denn Markus kam nicht voran.

00:51:29: Er hatte zwar in dem Militärarchiv in St.

00:51:31: Louis eine Liste der Einsatzorte von Barbaras Vater erhalten Das heißt er wusste wo in den USA er für die Armee gearbeitet hatte Und wo er mit seiner Familie gelebt haben musste Und Markus war inzwischen auch nach Kalifornien gereist In den Ort in dem Niel Hess laut dieser Liste zuletzt stationiert gewesen War also bevor er aus der Armee ausgetreten ist.

00:51:53: Markus hatte zunächst in diesem Ort nach Barbara und ihren Adoptiveltern gesucht, aber dort konnte sich niemand an die Familie Hess erinnern.

00:52:01: Markus fuhr dann hinaus zu dem Stützpunkt der Edwards Air Force Base – sie liegt in der Mojave-Wüste – und dort war Barbaras Vater beschäftigt gewesen.

00:52:13: Aber Markus bekam keine Auskunft!

00:52:15: Seine Suche war hier zu Ende….

00:52:18: Er durfte das Gelände des Stützpunktes nicht mal betreten.

00:52:21: Zivilisten waren da keinesfalls zugelassen, also genau da siehst du halt dass unsere Suchen manchmal auf tönernen Füßen stehen.

00:52:30: selbst wenn man wie Markus Eine konkrete Auskunft erhält, kann sich so eine Spur trotzdem sehr schnell wieder zerschlagen.

00:52:37: Also Markus hatte ne wichtige Information aber sie hat uns nix genützt weil wir damit nicht weitermachen konnten und nicht durften.

00:52:45: Sie endete vor einer Air Force Base in der Wüste.

00:52:49: Nun blieb nur noch die Universität.

00:52:51: mehr hattest du jetzt nicht mehr in der Hand.

00:52:53: Es gab eine geringe Chance dass man euch dort weiterhelfen könnte Aber Barbaras Vater hatte diesen Hochschulabschluss in den Siebzigerjahren gemacht.

00:53:01: Das hattest du ja auf den Filmaufnahmen erkennen können und das war nun auch schon über vierzig Jahre her!

00:53:07: Die Ausgangslage war also dünn, dort ist ein altes VHS-Band mit verwackelten und unscharfen Aufnahmen mehr nicht – ob sich daraus überhaupt eine brauchbare Spur ableiten ließ?

00:53:18: Das war mehr als

00:53:19: fraglich... Ich fuhr zu der Universität, an der Barbarasvater in den siebziger Jahren noch einmal studiert hatte und fragte im Verwaltungsgebäude nach Informationen über ihn.

00:53:32: Die Dame, die ich dort antra, war sehr hilfsbereit – und sie fand tatsächlich die alte Akte!

00:53:38: Sie durfte sie mir aus Datenschutzgründen nicht aushändigen aber sie war bereit, mir die Adresse zu nennen, die Barbarassvater damals als seine Wohnanschrift angegeben.

00:53:49: Ich war sprachlos, als sie den Ort nannte indem er gelebt hatte.

00:53:52: Pier Cove in Michigan!

00:53:55: Ich rief meinen Kollegen Markus an und ich gab ihm die Adresse weiter.

00:53:58: Er machte sich sofort auf den Weg nach Michigan.

00:54:01: Dort fand er das Haus umklopfte doch niemand öffnete.

00:54:05: Auf dem Nachbargrundstück arbeitete ein Mann im Garten.

00:54:08: Markus sprach ihn an.

00:54:10: Der Mann erinnerte sich noch gut an die Familie Hess Doch Barbaras Adaptiveltern waren inzwischen verstorben.

00:54:16: Was aus Barbara geworden war, das wusste er nicht.

00:54:20: Er erwähnte jedoch, dass Barbaras Adoptiveltern hier im Pier Cove begraben seien.

00:54:26: Markus fuhr zum örtlichen Friedhof und erfand tatsächlich die Gräber von Barbarers Adoptiveeltern.

00:54:32: Er notierte die Geburts- und Sterbedaten, die auf ihren Grabsteinen eingraviert waren und fuhr anschließend zur örtlich Zeitung.

00:54:41: Im Archiv dieser Zeitung durchsuchte er die Todesanzeigen der entsprechenden Zeiträume.

00:54:47: Schließlich stieß er auf die Anzeige von Barbaras Adoptivmutter und in der Liste der Angehörigen war tatsächlich eine Barbara aufgeführt, allerdings nicht mit dem Nachnamen Hess sondern mit dem Namen Sparks.

00:55:02: Sie musste geheiratet und im Zuge dessen ihren Namen geändert haben.

00:55:07: In diese Anzeig war auch ein Wohnort vom Barbara genannt.

00:55:10: Er lag in Texas.

00:55:12: Markus rief mich an und gab mir alles durch, von da an ging alles schnell.

00:55:18: Ich suchte im Internet nach einer Barbara Sparks in Texas und es gab für diesen Ort genau einen Treffer.

00:55:25: Eine Telefonnummer war angegeben – eine Handynummer!

00:55:29: Ich rief an.

00:55:30: Barbara befand sich gerade in New York bei einer Freundin.

00:55:34: Wir verabredeten uns.

00:55:36: Kurz darauf stieg ich in den Flieger nach NY.

00:55:45: Du hast tatsächlich Marias Schwester gefunden und du hattest nichts, als du mit der Suche begonnen hast.

00:55:52: Nur ihren Namen vor der Adoption und den Nachnamen ihrer Adoptiveltern?

00:55:56: Genau!

00:55:56: Vor allem auch mit der Hilfe von Markus in diesem Fall.

00:55:59: Und ja ich werde immer ganz demütig wenn ich so rückschaue an solche Suchendenke.

00:56:05: Wenn ich nicht zufällig diese Frau auf der Straße getroffen hätte die sich an diesen Namen von dieser Babysitterin erinnert hätte Dann denke ich, wären Markus und ich in verschiedenen Fliegern zurück nach Deutschland gefahren ohne Ergebnis.

00:56:19: Ja und es kommt ja noch dazu wenn die Tochter der Babysitterin die alte VHS-Kasette nicht aufgehoben hätte.

00:56:25: Krass

00:56:26: oder?

00:56:26: Die hatte er letztendlich auf die Spur von Barbara geführt.

00:56:30: Da kannst du natürlich wieder fragen war das jetzt Fügung, war das Zufall?

00:56:34: Man weiß

00:56:35: es nicht!

00:56:35: Ach man weiß es sich.

00:56:37: Du hast dich jedenfalls mit Barbara in New York getroffen.

00:56:40: Und daran erinnere mich sehr gut denn Eiskalt in New York und ich hab mich mit Barbara in einem Café getroffen.

00:56:46: Und dann habe ich ihr erzählt, warum ich auf der Suche nach ihr bin.

00:56:52: Sie war überwältigt!

00:56:53: Ja sie hat im ungefähr gleichen Alter wie Maria also ungefähr mit fünfzehn auch von ihren Eltern erfahren dass sie eine Schwester in Deutschland hat und sie hat sie auch immer vermisst.

00:57:07: Ich bin sprachlos.

00:57:09: Auf

00:57:10: diesen Augenblick warte ich schon seit sechzig Jahren.

00:57:16: Ist es schön, das zu hören?

00:57:18: Das

00:57:18: sind großartige Nachrichten!

00:57:20: Die besten,

00:57:21: die ich je bekommen könnte... Oh ja, ich war sehr einsam.

00:57:29: Mein Vater war Mechaniker bei der Air Force.

00:57:32: Es war

00:57:34: für mich unmöglich Freundschaften aufzubauen da wir ständig umgezogen sind.

00:57:39: Ich habe immer gefühlt

00:57:40: dass

00:57:41: da etwas fehlt.

00:57:44: Tatsächlich war es immer Maria die Fehlte

00:57:47: sie

00:57:47: in den Arm zu nehmen und ihre Liebe zu spüren.

00:57:53: Seit ich von meiner Schwester weiß, scheint es eine Bestimmung in meinem Leben zu geben.

00:57:58: Ich glaube sie war immer bei mir wie ein Schutzengel der hinter mir steht und über mich wacht Und das wäre so unglaublich schön wenn sie mich einmal in ihre Arme schließen würde.

00:58:16: Ganz alte schwarz-weiß Foto, auf dem ihre kleine Schwester als Baby zu sehen war.

00:58:21: Und das hat sie immer bei sich, Sylvie.

00:58:24: Unglaublich!

00:58:27: Als du wieder in Deutschland warst hast du dich noch einmal mit Maria getroffen?

00:58:31: Natürlich und ich habe ihr erzählt dass ich Ihre Schwester Rosalinde gefunden hab.

00:58:37: Rosalinda die jetzt Barbara heißt muss man sagen und diesen Moment...das ist der beste Moment.

00:58:44: und Maria war Ja, überglücklich und auch sprachlos würde ich sagen.

00:58:50: Nein!

00:58:53: Das gibt's nicht.

00:58:55: So was?

00:58:58: Das Beste, was mir geht als ihr.

00:59:01: Zwei Schwestern, die sich nach mehr als einem halben Jahrhundert wiedergefunden haben... ...die haben sich getroffen und ich glaube gar nicht mehr losgelassen.

00:59:15: Die Maria hatte Sehnsucht nach jemandem den sie eigentlich nie getroffen hatte, aber sie hat die Sehnsucht einfach in sich gehabt und diese Sehmsucht ist jetzt gestillt.

00:59:26: Und wir haben ja dann erfahren der Barbara ging es auf der anderen Seite ganz genauso.

00:59:31: also die mussten sich einfach wiederfinden und ich glaube ihre Mutter wäre sehr glücklich darüber.

00:59:42: gibt mir dann auch immer so durch den Kopf, was das wahrscheinlich für die leibliche Mutter der beiden bedeutet hätte.

00:59:49: Dass sie sich am Ende doch noch haben als Schwestern.

00:59:54: Danke an die beiden fürs Erzählen – am Barbara und Maria vor allem an die Maria, die uns allen sehr ans Herz gewachsen ist!

01:00:02: Und ja, danke an dich natürlich fürs Mitterzählen.

01:00:07: Wie wir in Thailand sagen Koppkunkar!

01:00:10: Ich muss erst wieder ankommen, Wes.

01:00:12: Koppkunkar.

01:00:15: Danke dir Julia und wenn ihr uns schreiben wollt, ihr findet alle weiteren Informationen in den Shownotes und unsere E-Mailadresse lautet wie immer InfoEdspurlus Podcaste.

01:00:28: Und jetzt sehe ich gerade, der charmante Migo ganz diplomatisch schreibt er mir hier parallel eine kleine WhatsApp.

01:00:35: Er hat gegoogelt

01:00:37: nix zuteilern sondern zu den Alligatoren.

01:00:39: die ist ein bisschen peinlich aber so ist halt Wahrnehmung.

01:00:42: Alligatorn werden maximal vier Meter

01:00:45: lang.

01:00:46: Ja in meiner Welt ja wenn du nur ein sechzig groß bist waren die gefühlt zehn Meter lang und es waren sehr viele Fahrdame hin Migo.

01:00:54: also ich möchte aber hier eben keine Unwahrheiten verbreiten.

01:00:57: Also ihr hört die Mann nicht zehn Meter lang, sondern die Hälfte.

01:01:01: Es war aber nicht weniger beängstigend für mich, wollte ich sagen.

01:01:04: Ich fand mich sehr mutig da durchzufahren!

01:01:07: Ihr Lieben, danke an euch fürs Zuhören das ganz bald und passt auf einander auf.

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